Endlich weg mit Mensch: Im Springer-Fernsehen moderiert jetzt ein Avatar (endlich?). Die Lage der Ästhetik: Anarcho-Pinguine an Deutschlands Schulen. Mon dieu, da kommt einem doch die Tomatensuppe hoch!
Die Stimmung war großartig damals, im Frühjahr 1981, wir bastelten am Layout unserer Abizeitung. Ich zeichnete für den Titel unser Schulgebäude, davor einige lustige Pinguine (das ist eine andere Geschichte). Schulfreund Jens schlug vor, dem Gebäude eine Anarchie-Flagge zu verpassen, dieses A im Kreis. Ich war bürgerlich geprägt, lehnte ab, Jens war klug: „Wie kann man gegen Anarchie sein?“ Mir galt das Wort Anarchie als Synonym für Chaos und Gewalt, denn so wurde es in der Öffentlichkeit benutzt – nicht zufällig. Wer sich der Worte bemächtigt und ihre Bedeutungen verbiegt, manipuliert die Menschen. Das ist und war das Geschäftsmodell des Axel-Springer-Verlags. In Wahrheit sind Anarchismus, Kommunismus und Sozialismus Ideen, die aus der Liebe zu den Menschen geboren wurden. Und Kapitalismus ist das konkrete Gegenteil des Humanismus.
Wer Ein Mann der Tat bei Netflix gesehen hat, wird das unterschreiben.
Der Soundtrack des Films hat mich begeistert. Er beamte mich zurück ins Jahr 1999, als ich manchmal im Restaurant Reste Fidèl in Berlins Bleibtreustraße (Zwinkersmiley) gegessen, manchmal nur getrunken habe. Dort liefen französische Schlagerklassiker in Endlosschleife. Beispielhaft:
Meine Suche nach der Schönheit geschieht stets in Sichtweite des Bösen, des Absurden, der Lächerlichkeit und der Lügen. Eigentlich geht es fast immer um Geld, und Geld besitzt keine Schönheit. Die Liebe schon. Paul Simon hat mit Graceland sogar die verflossene Liebe besungen – allerdings ganz schön groovy. Das wurde mir erst bewusst, als ich die Version von Lauren O’Connell hörte. Sie stürzt sich gesanglich in eine krasse Melancholie und feiert instrumental ganz allmählich ihre Befreiung. Manchmal ist man eben traurig-glücklich, oder?
Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.
Thomas Vöcks
P.S. Esst mal wieder eine Tomatensuppe!


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