Freitag, 31. Oktober

Männer lügen am Telefon. Geben Gas, wollen Spaß, finden sich toll. Kein Problem, wenn sie sich leise im Hintergrund halten. Die feministische Lage der Ästhetik.

Vielleicht sollten es die Frauen richten, also die wichtigen Angelegenheiten der Gesellschaft. Männer stehen oft imWeg: dem Fortschritt, der Gerechtigkeit, der Kommunikation, sich selbst. Längst gälte Tempo 100 auf Autobahnen, aber Männer müssen ja rasen bis die Schwarte kracht. Liest man den Gastkommentar von Thomas Gesterkamp in der taz wie ich, also mit leidenschaftlicher Großzügigkeit in Faktenfragen, gehen alle gefährlichen Verkehrsunfälle aufs Konto von Männern.

Historisch betrachtet, steckt das Talent für die Kunst des Regierens auch nicht im Y-Chromosom. Wenn wir eine Hand voll Königinnen ausblenden (s.o.), gehen Kriege seit je her von Männern aus. Wusste Herbert Grönemeyer schon immer.

Die jüngere deutsche Geschichte zeigt, es steht 16:0 für das Modell „Frauen an die Macht“. Erst nachdenken, dann sprechen und manchmal aufs Herz hören, keine so schlechte Idee. Aber was machen die Reichstagsmänner der Post-Merkel-Ära? Schweigen (der Amnesiekanzler) und Plappern (der Stadtbildkanzler). Beide sind natürlich Verbrennermänner. Und sie bremsen nur: Frauen.

Was heißt das? Die Entmackerung der Bundesrepublik könnte noch zwei- bis siebenhundert Jahre dauern, wenn Frauen nicht andere Saiten aufziehen. Wie das funktionieren kann, haben sie mehrfach bewiesen. Streik ist das Mittel der Wahl und des Erfolgs. Bei Arte zu bestaunen: Die Rotstrumpf-Aktion, bei der es „nur“ um gerechte Bezahlung ging.

Inzwischen sollte es um mehr gehen, als die Abschaffung von Sklaverei light. Auf dem Spiel steht… ja, der Weltfrieden. Der Planet. Zukunft, alles. Ich frage mich, was Männer davon abhält, ihre Lächerlichkeit abzustreifen. Vielleicht ist es die Angst vorm Vakuum.

Ich fahre seit Jahrzehnten sehr gut damit, weiblicher Klug- und Weisheit zu vertrauen. Nur am Herd dulde ich keine Mitsprache. Niemand brät eine Entenbrust besser, als ich. SO SAD!

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.

Thomas Vöcks


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