Eine Epidemie der Harmonie – wäre das zu ertragen? KI ist ein Menschenfresser. Wer will ihn füttern? Lasst uns wie Dashi sein: höflich und hilfreich. Die aromatische Lage der Ästhetik.
Was, wenn das mal aufhören würde, dieses gegenseitige Geschimpfe, die Bosheit und Ungerechtigkeit? Vielleicht durch ein Virus, das sämtliche Charaktermängel beseitigt. Eine Pandemie der Schönheit, wie wär das? Spontan würde ich sagen, ich impfe mich diesmal nicht, und die Maske könnt ihr vergessen. Vielleicht läge ich damit aber falsch. Auf Mord und Totschlag kann ich gut verzichten, aber will ich ständig von seligem Lächeln umgeben sein? Und wäre ich der einizige, den das Virus verschont, wär das schön? Durch einen nicht enden wollenden Kirchentag wandeln? Während der Serie Pluribus bei Apple+ kann man in Ruhe darüber nachdenken.

Aber momentan grassiert ein ganz anderes Virus. Mein geliebter NDR ist im KI-Fieber, das bereitet mir Liebeskummer. Für mich ist KI das Kürzel für Kein Interesse. Bestimmt taugt die Wunderwaffe für grandiosen Schabernack; wie sonst hätte der US-Präsident mal flink einen Film basteln können, in dem er Exkremente auf Demonstranten regnen lässt. Vor allem aber gibt es KI, weil sie Menschen ersetzen kann. Das kann nicht mein Interesse sein. Es wird zuerst Künstler erwischen: Sprecher, Musiker, Autoren, Grafiker. David kämpft gerade gegen Goliath, aber ich würde nicht auf ihn wetten.

Apropos Musik: Ich habe mal wieder ein Konzert besucht, zusammen mit einem Freund genoss ich den angestaubten, aber warmen Brit-Pop von Psyhodelic Furs. Bevor die älteren Herren die Bühne enterten, spielten vergleichsweise junge Leute aus Los Angeles auf. Könnte sein, dass man von Dear Boy noch hören wird.

Am Wochenende gibt es Okonomiyaki. Wichtig ist, dass der Teig mit Dashi angerührt wird. Der Sud aus Kombu-Alge und Bonitoflocken kann in 15 Minuten hergestellt werden. Besser wird die Brühe, wenn sie über Nacht zieht. Noch besser, findet jedenfalls Tim Raue, wenn man statt Wasser Hühnerfond einsetzt.

Ich wünsche allen ein schönes Wochenende.
Thomas Vöcks

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