Sonntag, 3. Mai

Wer Schmetterlinge Lachen hört, ist vor dem Schlimmsten gefeit. Ehrlich währt am längsten, Checker Tobi hat´s geschnallt. Und Kaninchenklopse ohne Sauerkrautsaft? Geht gar nicht. Die Lage der Ästhetik.

Auf dem abschüssigen Pfad meiner Gedanken strauchelte ich und suchte Halt. Wie immer fragte ich den Baum vor meinem Fenster, diesen Gaukler, der mich, wie stets im Frühling, angrinste wie ein bayrischer Ministerpräsident, ich hätte lieber Schmetterlinge Lachen gehört. Aber der Disco-Hase in mir flüsterte, es gebe da doch was aus dem aktuellen Jahrhundert, und ich kettete mich an den Groove von Yin Yin.

Aber: Nichts gegen Novalis und seine romantische Trostlyrik. Die Romantik wollte versöhnen, wo bleibt also die Neo-Romantik, außer zwischen meinen Zeilen. In dieser scharfkantigen Zeit schmelzen Versöhnung und Liebe im Mündungsfeuer der Lügen. Respekt und Ehrlichkeit dagegen schaffen Vertrauen, das sagt – sinngemäß – Tobias Krell, der sich als Checker Tobi im Ersten um die Bildung unserer Kinder kümmert. Sein Rezept wirkt aber bei Menschen allen Alters. Unsere Stellvertreter auf dem Planeten Berlin-Mitte sollten sich Tobias´ Worte hinter die Ohren schreiben. Werden sie nicht tun; sie pflügen die Vernunft mit den Schwertern der Lobbyisten. Sonst hätten wir ja längst ein Tempolimit und Gratisstrom aus der Natur.

Als ich den tollen Dokumentarfilm Tschernobyl 86 – Der Super-GAU sah (hier in der ARD Mediathek), fiel mir auf, dass sich an der Vernebelungsrhetorik bis heute nichts geändert hat. Eher wurde sie perfektioniert. Heizungsmodernisierungsgesetz, Sondervermögen – wie viele Werbetexter sitzen eigentlich auf Ministerschößen? Oder sind es Satiriker?


Bald geht es wieder nach Italien. In den Marken isst man gern Kaninchen; in Rumänien auch, habe ich gerade in einer neuen Folge Kitchen Impossible gelernt (hier bei RTL+, hier das Rezept). Vielleicht probiere ich das Rezept in diesem Jahr aus, mal sehen, was die anderen sagen.

Ich wünsche allen eine schöne Woche.

Und ich wünsche meinem Sohn, der heute 25 wird, alles Glück der Welt.

Thomas Vöcks


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