Sonntag, 31.Mai

Eine Brise Finnland: Werden Schulen schön? Eine Welle Menschlichkeit: Nix gelernt, Kanzler? Die schnelle und unbürokratische Lage der Ästhetik.

Mein erster Schulranzen war aus Rindboxleder genäht, das war damals das Standardmodell. Dazu gehörte eine Brottasche mit Schulterriemen aus dem gleichen Material. Das Leder war so starr wie das Schulsystem. Die Grundschule hatte vier Lernziele: Lesen, Schreiben, Rechnen, Stillsein. Erst nach dieser Dressur, in der fünften Klasse der nächsten Schule, wurde ich wiederbelebt. Musik, Kunst, Deutsch, ich hatte tolle Lehrer. Der Geruch von Leder und Graubrot war verflogen.

In Hamburg öffnet bald eine Grundschule, die von Anfang an die Zügel locker lässt. Keine Ranzen, offene Räume. Dort könnten freie Geister gedeihen, ich wünsche mir mehr Künstler und weniger Krieger.


Auf der Suche nach Themen, die Mut machen, habe ich dann noch die Doku Ein Tag im Juli – Ahrtalflut 2021 in der ARD Mediathek gefunden. Sie zeigt, dass Menschen in der Not Menschen helfen. Aber sie zeigt leider auch, was manchen Politiker von solchen Menschen unterscheidet: die Fürsorge. Und das betrifft bei Weitem nicht nur das Ahrtal. Wer die Fürsorge in Regierungen nicht erfährt, sucht sie wo anders, zurzeit gern im Abgrund.


Nicht gesund, aber yumyum: Gebackenes Hähnchen süß-sauer. Mir ist es gestern ganz gut gelungen, dann schafft ihr das auch. Nächsten Sonntag bin ich wieder in Italien, bin selbst gespannt, was ich da koche.

Ich wünsche allen eine schöne Woche.

Thomas Vöcks


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