Sonntag, 2. August

Endlich klappt mal was: Ein Stahlmonster kriecht durch Häuserschluchten. Pünktlich und unfallfrei. Wer das hinkriegt, kann auch gleich die Bahn sanieren. Oder Deutschland. Die Lage der Ästhetik: Janna Widmaier, wir brauchen Dich.

Hamburg hat eine neue Brücke, sie wurde in Altona installiert. Sie ist sehr groß und hockt nun zwischen Gründerzeitbauten, als hätte sich die kleine Schwester der Elbphilharmonie verlaufen. Natürlich wurde gegen den Abriss der alten Brücke protestiert. Altona protestiert gegen alles Neue, und das ist auch gut so. Grundsätzlich bin ich aber für Brücken, gerade in Hamburg, wo es bekanntlich mehr davon gibt, als in Venedig. Außerdem dient der Koloss dem Bahnverkehr. Der kann jede Verbesserung gebrauchen, das wissen wir nicht erst seit der ZDF-Doku von Dunja Hayali, aber wer den Film sieht, kann seine Bahnkritik besser in Worte fassen. Es sei denn, Hayalis Recherche macht ihn sprachlos.

Da viel über Female Empowerment geredet wird: Den reibungslosen Einbau der Sternbrücke hat Projektleiterin Janna Widmaier organisiert; vielleicht wird Evelyn Palla ja die beste Bahnchefin aller Zeiten.


Neulich kaufte ich zwei sehr schöne Hähnchenschenkel. Ihr Anblick hatte mich vergessen lassen, dass ich noch Reste vom Okonomiyaki im Kühlschrank hatte. Ich beschloss, die Schenkel zu kochen. Dem siedenden Salzwasser fügte ich noch zwei Frühlingszwiebeln, einen Esslöffel Sojasauce sowie einen ordentlichen Brocken Kombu-Alge hinzu und überließ den Topf für eine gute Stunde sich selbst. Es entstand eine phantastische Brühe. Wüsste ich ihr Geheimnis nicht, würde ich mich noch tagelang fragen, was sie so besonders macht. いただきます!


Ich wünsche allen eine schöne Woche.

Thomas Vöcks


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