Ob Malle oder Tegernsee, die Arbeit macht nie Ferien. Keine Atempause, Geschichte wird gemacht, nix geht voran. Und in sengender Augustsonne lärmt die Kakophonie der Ästhetik.
Der Begriff Arbeit ist unkonkret und trotzdem unentbehrlich in den handelsüblichen Diskussionen über dieses arme, reiche Deutschland. Sollten Musiker und Schauspieler mehr arbeiten, damit es dem Land besser geht? Die Lieder klängen nicht schöner. Damit könnte das Thema erledigt sein, auch für die heiligen Autoschmieden im Verbrennerland; aber wir geben ja nicht auf, bevor ein Punkt atomisiert ist. Im Debattenstaub verfliegt leider die Perspektive der Nutzmenschen in Büros, aber die Filmkunst hat sie zusammengefegt.

Satire, Wirklichkeit, man kommt da aber auch schnell durcheinander. Aufrichtigkeit ist gealtert wie das Arschgeweih. Inzwischen liegen wir als Chips auf dem Pokertisch, und viele von uns finden darauf die falschen Antworten. Aber die Fragen sind berechtigt. Der NDR hat die Stimmung mal zusammengefasst. Die Doku Die da unten schenkt den Unzufriedenen eine Bühne; doch im schlimmsten Fall wird es dem Sender wohl nicht gedankt. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht ganz oben auf der Speisekarte der Scheinretter.

Ein Orchester ist eine vielstimmige Gesellschaft, ein kluger Dirigent fügt ihre Stimmen zusammen, auch ihre Dissonanzen.

Wer bis hier etwas emotionalen Druck aufgebaut hat, sollte mal bei Cosey Mueller reinhören.

Das beste Druckabführmittel seit DAF.

Das obere Zehntel mag sich schwertun, Leben von Arbeit zu unterscheiden. Ich brauche dafür nur den Juli, den August und eine Paella.

Ich wünsche allen eine schöne Woche.
Thomas Vöcks

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